Der wachsenden Stadt muss die Infrastruktur folgen und dementsprechend vorausdenkend geplant werden. Das gilt auch für den Bereich der Mobilität, insbesondere den Ausbau des ÖPNV.

Dabei spielt aus Sicht des Bürgervereines Rissen für den Hamburger Westen inklusive der Stadt Wedel der Streckenabschnitt der S1 zwischen Blankenese und Wedel eine entscheidende Rolle. Wir sind daher der Auffassung, dass ein zweigleisiger Ausbau keineswegs als utopisch betrachten werden, weil auch eine teilweise Erweiterung der Zweigleisigkeit bzw. die Schaffung von Ausweichsgleisen zu einer erheblichen Entlastung führen kann.

Das gilt insbesondere im Hinblick auf die, auch auf unserer Podiumsdiskussion vom 27. Januar 2020 zahllose Male gestellte, Forderung nach einer massiven Ausweitung des 10-Minuten-Taktes, da dieses mit einer zusätzlichen Belastung der leider immer noch zum Teil eingleisig geführten Strecke einhergehen wird.

Um sich aber die Option eines zweigleisigen Ausbaues zu bewahren und damit auch die Möglichkeit der Ausweitung des 10-Minuten-Taktes nachhaltig zu sichern, ist es aber erforderlich, die dafür benötigten Grundstücke zu sichern. Die Stadt Hamburg sollte daher nicht dieselben Fehler machen, wie sie die Deutsche Bahn über Jahre hin machte, indem sie sich durch den Verkauf zahlloser Bahngrundstücke der Möglichkeit beraubte, das Bahnangebot wieder zu erstarken.

Die Stadt Hamburg und der Bezirk Altona sollten daher Vorkehrungen treffen, damit sie sich nicht der Option berauben, den Streckenabschnitt der S1 zwischen Blankenese und Wedel zumindest teilweise zweigleisig auszubauen. Uns ist unbekannt, ob es im Bezirk dazu entsprechende Überlegungen gibt.

Vor dem Hintergrund der allerdings sehr wünschenswerten Bemühungen, Wohnraum zu schaffen, befürchten wir jedoch, dass der Möglichkeit eines zweigleisigen Ausbaus zwischen Blankenese und Wedel nur eine nachrangige Bedeutung beigemessen wird.

Dabei gibt es jedoch im Bereich des Bahnhofes Iserbrook ein ehemaliges Bahngrundstück, auf dem vormals ein Gleis des ursprünglichen – im Jahre 1978 verlegten – Bahnhofes verlief, das aber heute zwecks eines teilweisen zweigleisigen Ausbaues der Strecke zwingend gebraucht werden würde. Dort ist nämlich eine Ausfädelung einer zweiten, nördlich des Bahnhofes Iserbrook verlaufenden, Gleistrasse möglich, die über eine zweite Brücke über die B 431 bis zum Bahnhof Sülldorf geführt werden könnte, womit eine teilweise Erweiterung des zweigleisigen Ausbaues zumindest bis zum Bahnhof Sülldorf geschaffen werden könnte.

Damit würde man auch schon allein deswegen vorausschauend planen, weil baualtersbedingt eine Überarbeitung der vorhandenen Brücke notwendig sein könnte und dieses dann ohne lange Unterbrechung des Bahnverkehrs möglich wäre, weil in diesem Bereich dann ein zweites Gleis zur Verfügung stünde.

In diesem Zusammenhang könnte auch die ohnehin schon seit vielen Jahren überfällige Modernisierung des Stellwerkes Sülldorf in Angriff genommen werden, dessen Ausstattung immer wieder ein technisches Nadelöhr bei der Abwicklung des Zugverkehrs darstellt.

Wir fordern daher die Bürgerschaftsfraktion, den Bezirk und die Bezirksverwaltung auf,

die Rahmenbedingungen für ein Grundstücksmoratorium für einen zweigleisigen Ausbau der S-Bahn-Strecke Blankenese-Wedel zu schaffen und die nötigen planerischen Schritte in die Wege zu leiten, um zumindest einen teilweisen zweigleisigen Ausbau zu prüfen.

 

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